Wie Praia de Santa Mónica zu seinem Namen kam

Wie Praia de Santa Mónica zu seinem Namen kam

Wenn es um das Thema "Strände der kapverdischen Inseln" geht, ist Boavista die Insel, die schon von weitem auffällt. Man könnte sagen, dass ca. 2/3 der Strände des Archipels hier zu finden sind, wenn nicht sogar mehr.

 

Einer der Bekanntesten unter den Einheimischen, aber auch seit einiger Zeit unter den Touristen dürfte der Strand Santa Mónica sein.

Für jeden Gast, der nach Boa Vista kommt, ist ein Besuch von Santa Mónica ein MUST DO und bleibt als einer der Höhepunkte im Gedächtnis. Wenn der Atlantik es erlaubt, sollte unbedingt ein Bad im kristallklaren, türkisfarbenen Meer nicht fehlen.

 

Santa Mónica liegt im Süden/Südwesten von Boa Vista und ist eine Perle des Tourismus, bis heute immer noch fast unberührt. Er erstreckt sich über ca. 15 km und grenzt an das Naturschutzgebiet Morro d'Areia, welches für endemische Vögel und Schildkröten sehr wichtig ist.

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Santa Mónica Beach

Der Name dieses Strandes war nicht immer "Santa Mónica", viele Jahre war er bekannt als "Curralinho". Viele Menschen wissen nicht, woher der neue Name gekommen ist. Manche glauben, es hätte mit der Ähnlichkeit des Santa Mónica Strandes in Kalifornien zu tun. Weit gefehlt. Ende der 60er Jahre landete ein Investoren Team mit einem kleinen Flugzeug hinter Santa Mónica. Dieses Team wollte ein Resort  am südlichen Ende des Strandes errichten. Auf derm Flugzeug stand der Schriftzug "Santa Mónica", denn dies war der Name des geplanten Projekts - somit war der neue Name für diesen Strand geboren. Das Projekt konnte nie beendet werden, aber der Name ist geblieben.

 

Das nächstgelegene Dorf ist Povoação Velha, lokal auch "Stancha" (auf portugiesisch Estancia) genannt, ca. 5 km nördlich von Santa Mónica. Es ist das älteste Dorf der Insel Boa Vista woraus sich auch der Name ergibt: wörtlich übersetzt "altes Dorf".

Die Menschen von Povoação Velha sind seit je her diejenigen, die am meisten Verbindung zu diesem Strand haben. Allerdings nicht als touristische Attraktion - man hätte sich vor vielen Jahren niemals vorstellen können, das er mal zu so einem magnetischen Anziehungspunkt wird. Für sie war der Strand eine Einkommens- und Ernähungsquelle - hauptsächlich wegen des Fischfangs.

 

Es gibt einige Ruinen die vermuten lassen, dass früher dort auch Menschen gewohnt haben. Das war auch tatsächlich der Fall. Allerdings kan man sich das nicht als dörfliche Gemeinschaft vorstellen. Es waren eher "Arbeiterunterkünfte". Die meisten widmeten sich dem Fischfang, aber auch Viehzucht wurde betrieben, Kalk gebrannt und Meersalz gewonnen.

 

Was ist aus dem Projekt "Resort Santa Mónica" geworden? Anfang der 70er Jahre begann das Investorenteam (welches übrigens aus Deutschland stammte) mit dem Bau des  Resorts. Die Verträge dafür waren natürlich mit der portugiesischen Regierung geschlossen worden. Dann kam die Unabhängigkeit der Kapverden von Portugal im Jahr 1975 und die Verträge waren nichts mehr wert. Somit mussten sie das Land verlassen und das Projekt "Santa Mónica" gehörte der Vergangenheit an. Nur einige Ruinen erinnern noch daran.

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Ruine am Santa Mónica Beach

Seit Ende 2016 ist ein neues Projekt am Santa Mónica Strand im Bau. Offensichtlich aber im gleichen Rhythmus wie die Insel: No Stress. Bis heute ist kein Ende der Bauarbeiten in Sicht.

 

Es erweckt fast den Eindruck, dass die Natur dort einfach nicht gestört werden möchte, da jede Entwicklung dort auf die eine oder andere Weise Schwierigkeiten hat voranzukommen.

 

Nach der Unabhängigkeit war der Strand eines der vielen Naturschutzgebiete der Insel, trotzdem wurde 2015/2016 das Projekt genehmigt, dort große Hotel-Resorts entstehen zu lassen. Das erste ist das bereits erwähnte und sollte irgendwann einmal das "Melia White Sands" sein.

 

Cristina Brito - viele von euch kennen sie vom Restaurant Fon' Banana oder der Beachbar Pérola d'Chaves - gibt uns einen kleinen Einblick in ihre Vergangenheit in der sie eng mit Santa Mónica verbunden war.

Sie wurde 1970 in Povoação Velha geboren und 1974 zog sie in ein kleines Haus welches ihr Vater am Santa Mónica Strand 1971 gebaut hatte. Ihr Vater war der verantantwortliche Bauleiter für das dort entstehende Resort und es war einfacher, vor Ort zu bleiben, anstatt jeden Tag 2 x den Weg nach Hause und zurück auf sich zu nehmen. Bis zur Unabhängigkeit 1975 lebte sie dort bei ihrem Vater, als das Projekt aus den o.g. Gründen eingestellt wurde.

 

Sie erinnert sich noch an ihre Teenagerjahre, als sie dort hingingen um Pompano-Fische mit dem Netz zu fangen. Die Arbeit wurde von Männern erledigt, aber die Hilfe  der  Frauen und jungen Mädchen wurde gebraucht, um die Fische dann am Strand aus den Netzen zu sammeln. Sie brachten die Fische dann hinter den Strand, wo sie sie säuberten, mit Salz einrieben und dann in die Sonne zum Trocknen legten.

 

Sie erinnert sich daran, dass dort immer wieder Wale strandeten. Zur großen Freude der Einheimischen, denn das gewonnene Walöl wurde zum Kochen und auch für medizinische Zwecke verwendet. Damals gab es nicht viel auf der Insel, immer wieder gab es Hungerperioden. Somit war man dankbar für alles, was die Natur hergab.

Die Hauptressourcen waren das, was die Natur zur Verfügung stellte: Salz, Gemüse, Fisch.

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Povoação Velha

Nach Santa Mónica zu gehen, um einfach einen Tag am Meer zu verbingen war etwas sehr seltenes. Vielleicht einmal im Jahr für eine kirchliche oder familiäre Feier.

Sie waren ständig am Strand, aber um nach Ressourcen zu suchen, es war ihr normaler Arbeitsalltag, am Strand zu sein. Man konzentrierte sich mehr auf die Versorgung der Familie, als auf den Spaß. Aber auch der Arbeitsprozess brachte Spaß.

 

Cristina erinnert sich, dass es mal eine Art Fort mit Kanonen auf den Hügeln hinter Santa Mónica gab, errichtet zum Schutz vor Piraten, die Boa Vista mehrfach überfallen hatten.

 

Wir fragen Cristina, was sie von der Entstehung der großen Resorts hier hält.

Sie empfindet es als viel zu groß. Angesichts des Charakters von Boa Vista würde ein Projekt, dass aus kleinen, in die Landschaft verteilten Bungalows besteht, viel besser dorthin passen. Es würde viel mehr den Charme  und die Natürlichkeit von Boa Vista und Santa Mónica erhalten, als riesige Betonblöcke zu errichten.

Bis zum Start dieses Resorts war Santa Mónica nahezu unberührt. Vor dem Start des Toursimus 2007 gab es  nur wenige Einheimische die diesen Ort aufsuchten, denn die nächsten Ortschaften Rabil und Sal Rei sind weit entfernt.

 

Heutzutage wird Santa Mónica täglich besucht: von Touristen auf einer Tour mit dem Pickup, mit dem Quad oder auch einem Leihwagen. Aber auch von Einheimischen, die heutzutage oft ein Auto besitzen. Sie kommen hierher, um eine schöne Zeit mit Familie und Freunden zu verleben, weit weg von ihrer alltäglichen Lebensroutine und auch weit weg von den nächstgelegenen Stadtstränden, die am Wochenende manchmal direkt "überfüllt" wirken.

 

Die Zufahrt ist immer noch schwierig, denn es gibt keine Straße, sondern nur unbefestigte Wege.

Einmal dort angekommen besteht aber immer noch das Risiko auch wieder den Weg nach Hause zu schaffen. Touristen, die per Leihwagen oder Leihquad den Strand aufsuchen haben meistens keine Kenntnisse, wie man im Sand fährt. Hinter dem Strand befindet sich sehr lehmiger Boden, oftmals nicht erkannt von den Touristen, was dazu führt, dass sie im schlammigen Lehm stecken bleiben. Dann bleibt nur die Hoffnung, das einer der lokalen Taxifahrer oder Tourenanbieter vorbei kommt um sie zu retten.

Es gab auch schon Touristen, die am Strand eingeschlafen sind und im Dunkeln mit ihrem Leihwagen zurück mussten. Tja, im Dunkeln sind alle Katzen grau und es ist absolut kein Weg zu erkennen, der zurück ins Hotel führen könnte. Keine Angst: auch diese beiden wurden gerettet (natürlich von Frank).

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die Simply No Stress vor dem Santa Mónica Beach

Auch heute wird der Strand und vor allem auch das sehr fischreiche Riff noch von den Fischern aus Povoação Velha aufgesucht, aber es sind nicht mehr so viele wie früher, denn viele hat es eher in die Stadt gezogen oder sind sogar ausgewandert nach Europa oder Amerika.

 

Wir werden in Zukunft immer wieder mal Interviews mit Einheimischen aus Povoação Velha führen - ganz sicher wird auch der Santa Mónica Strand in diesen Gesprächen immer wieder eine Rolle spielen.

 

Allen Gästen die nach Boa Vista kommen empfehlen wir auf jeden Fall diesen wunderschönen Strand wenigstens einmal aufzusuchen. Das Schwimmen dort ist aufgrund der Wellen und Strömungen nicht immer möglich, trotzdem ist er einen Besuch wert. Er gilt immerhin als längster Strandabschnitt der Kapverden, einer der 10 Schönsten Strände von Afrika und einer der 25 schönsten Strände weltweit.

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Kommentare: 1
  • #1

    Marion (Samstag, 27 Juni 2020 06:13)

    Ich habe viele Stränxe gesehen, schöne und nicht so schöne. Aber Santa Monica ist traumhaft. Mit dem Hinterteil im weichen weissen Sand, die Füsse von den Wellen umspülen lassen und einfach mal nichts tun, nur träumen und dem Meer zuhören. Es gibt für mich nichts schöneres und das ist der ideale Platz. Möge dieser Strand ewig oder zumindest sehr sehr lange so erhalten bleiben, wie er ist.

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Andrea & Frank Hennicke - Sal Rei - Ilha da Boa Vista - Cabo Verde